Trainingspartner auf vier Pfoten: Joggen mit Hund.

Joggen ist die perfekte Maßnahme, um dich und deinen Hund fit zu halten. Außerdem eine gute Gelegenheit, um die Gehorsamkeit zu vertiefen. Und nicht zuletzt stärkt es eure Bindung. Mit dem gemeinsamen Lauftraining erfüllst du dir also drei Wünsche auf einmal.

Heller Labrador mit Jogger, der sich gerade den Schnürsenkel bindet

Bevor du mit deinem Hund durchstartest, solltest du ein paar Punkte abchecken. Ist dein Laufpartner alt genug, also ausgewachsen? Denn erst dann sind Knochen und Sehnen stabil genug für diese Belastung. Je nach Rasse ist das Wachstum in einem Alter zwischen sieben und 24 Monaten abgeschlossen. Kein Hund sollte Joggen bevor er ein Jahr alt ist.
 

Umgekehrt sollte dein Hund auch nicht zu betagt sein. Falls du unsicher bist, lass dir vom Tierarzt bestätigen, dass Gelenke und Kreislauf deines Hundes ein Lauftraining erlauben. Außerdem ist nicht jede Rasse fürs Joggen gemacht. Jagd- und Arbeitshunde sind in der Regel gut geeignet, sehr große, schwere, kurzschnäuzige oder kurzbeinige Rassen hingegen weniger. Und schließlich: Hat dein Hund auch Lust zum Joggen? Dies findest du nur durch Ausprobieren heraus.

Am Anfang heißt es: „Bei Fuß“.

Bevor du mit deinem Hund das Laufen beginnst, solltest du sicherstellen, dass er an der lockeren Leine sicher bei Fuß geht. Alles andere führt zu Stress oder unerfreulichen Zwischenfällen. Auch was das Equipment betrifft, kannst du einige Vorbereitungen treffen. Eine spezielle Joggingleine ermöglicht es dir, die Hände frei zu haben. Achtung: die Joggingleine nicht an einem Halsband angebracht werden. Außerdem sorgt das flexible Mittelstück dafür, dass kleine Unstimmigkeiten in puncto Geschwindigkeit nicht gleich mit einem Ruck bestraft werden. Vielleicht willst du deinem Trainingspartner darüber hinaus ein extra „Jogginggeschirr“ gönnen. Dieses kann ein wertvoller Hinweisgeber für dich sein: Verkrümelt sich dein Hund, sobald du es hervorholst, ist Joggen wohl nicht so sein Ding. Schaut er dich jedoch freudig an, kannst du sicher sein, dass dein Vierbeiner das Joggen mag. Und mit dem Anlegen des Geschirrs gleich in den „Trainingsmodus“ findet.

Schritt für Schritt zum Ziel.

Wie bei jedem Training fängst du auch beim gemeinsamen Joggen schrittweise an. Das kannst du bereits üben, bevor du dich in die Sportklamotten schmeißt und durchstartest. Zum Beispiel beim regulären Gassigehen. Dazu erst kleine Passagen im strammen Schritt laufen, um dann im langsamen Trab noch eins draufzulegen. Dann geht’s langsam wieder weiter. So lernt dein Hund von Anfang an, sich an wechselndes Lauftempo anzupassen. Für den Anfang kannst du ein spezielles Kommando einführen, wenn du deine Geschwindigkeit änderst. So verhinderst du, dass dein Vierbeiner jedes Mal in die Leine fällt, wenn du in den Laufschritt übergehst. Übst du diese Tempowechsel lange genug, wird dein Hund immer aufmerksamer und passt sich auch ohne Kommando deiner Geschwindigkeit an.

Und los geht’s mit der ersten Laufeinheit.

Für die erste echte Trainingseinheit schaffst du ideale Bedingungen: Dazu gehören eine ruhige Tageszeit, eine ruhige Umgebung sowie ein weicher Untergrund, um Gelenke und Pfoten zu schonen. Außerdem solltest du bei einer angenehmen Temperatur joggen, also zwischen 10 und 15 Grad. Die letzte Fütterung liegt mindestens zwei Stunden zurück. Natürlich darf dein Hund sich aufwärmen, bevor es richtig losgeht. Also erst eine Runde spazieren, schnüffeln und das Geschäft erledigen. Damit dein Vierbeiner beim Training nicht durch seine Bedürfnisse abgelenkt ist. Das ist künftig deine Checkliste vor jeder Laufrunde. Dann könnt ihr gemeinsam durchstarten. Fürs Erste genügen kurze Etappen von wenigen Minuten. Diese dehnst du dann langsam aus. Du kennst deinen Hund am besten und weißt, was du ihm zumuten kannst. 

Spaß statt Spannung

Spaß ist das Wichtigste bei eurem Lauftraining. Du passt dich an deinen Hund an, nicht umgekehrt. Heißt konkret: Dein Vierbeiner gibt Geschwindigkeit, Dauer und Häufigkeit eurer Trainingseinheiten vor. Beobachte deinen Liebling genau und beende das Training lieber zu früh als zu spät. Manche Hunde laufen weiter, um „ihrem Menschen“ zu gefallen, auch wenn sie eigentlich nicht mehr möchten. Lobe deinen Liebling ausgiebig, achte auf regelmäßige Pausen. Denk bei längeren Läufen daran, Wasser für euch beide mitzunehmen. Und behalte zudem im Kopf: Auch Tiere kriegen Muskelkater. Das erkennst du daran, dass dein Vierbeiner sich beim Aufstehen schwertut oder etwas steif läuft. Dann heißt es erstmal: ruhigere Bewegungen und lockere Spaziergänge. Oftmals werden vierbeinige Trainingspartner in solchen Momenten auch gerne vorsichtig durchmassiert. Probiere doch einmal aus, ob dein Hund dazugehört. Sobald er dann wieder geschmeidig ist, könnt ihr in die nächste Runde starten.